Weltweite Schönheitsrituale

Wie gehen Männer und Frauen auf der ganzen Welt bei ihrer täglichen Schönheits- und Körperpflege vor? Mit Hilfe der Geokosmetik kann L'Oréal die Pflegeroutinen verschiedener Länder beobachten und analysieren und so die innovativen Produkte der Zukunft entwickeln.

Wie viel Zeit braucht die Chinesin morgens im Bad? Wie wäscht man sich in Bangkok die Haare? Wie oft tuscht sich eine Japanerin oder Französin die Wimpern? Alle diese alltäglichen Schönheitsrituale haben einen kulturellen Hintergrund. Sie werden tradiert und von Klima und Lebenssituation beeinflusst. Sie dienen der Herstellung eines Schönheitsideals, das sich von Land zu Land und erst recht von Kontinent zu Kontinent unterscheidet. Diese Handgriffe sind für L'Oréal wichtige Informationsquellen, denn sie sind Ausdruck physiologischer Gegebenheiten: dünne, gerade, kurze Wimpern tuscht man anders als dicke, gebogene, lange Wimpern.

Badezimmer-Labors


Um den Reichtum der Vielfalt als Quelle der Inspiration besser nutzen zu können, hat L'Oréal im Laufe der Jahre die so genannte Geokosmetik entwickelt - eine Wissenschaft, die auf der Beobachtung von lokalen Schönheitsritualen beruht. In den Evaluierungszentren des Konzerns wurden "Badezimmer-Labors" eingerichtet und mit Kameras bestückt, damit die Teams das Verhalten der Verbraucher auf der ganzen Welt beobachten können. Die Teams besuchen Verbraucher auch zu Hause und bringen diese Erfahrungen dann in die Forschung ein.

Innovationen auf Grundlage tatsächlicher Rituale


Die systematische Beobachtung liefert sehr genaue Daten zu den Körperpflege- und Schönheitsritualen, aber auch zu den Bedingungen, unter denen Produkte angewendet werden, und zu eventuellen Beschränkungen (Luftfeuchtigkeit, Hitze oder Kälte beispielsweise). Die Daten werden von Psychologen und Ethnologen analysiert und finden Eingang in die kreative Arbeit der Teams aus Forschung und Innovation, die entsprechend angepasste Produkte entwickeln. Beispielsweise werden auf dem japanischen Markt leichte Mascararezepturen angeboten, denn manche Japanerinnen tuschen sich die Wimpern bis zu 100 Mal hintereinander. Für Länder mit feucht-heißem Klima wie China, Indien oder Afrika werden leichtere Make-Up-Rezepturen entwickelt, die länger halten oder glänzende Haut verhindern, indem sie mattierend wirken und Talg und Schweiß aufnehmen können.

China ist ein riesiges Land mit sehr unterschiedlichen Schönheitsritualen in den verschiedenen Regionen. Auch die Jahreszeiten und sogar die Ernährung (vorwiegend süß, salzig oder scharf) spielen eine Rolle. Die Verbraucher verhalten sich im Sommer anders als im Winter, und Frauen in Beijing verwenden unterschiedliche Produkte im Sommer (heiß und feucht) und im Winder (trocken und kalt). Sie waschen sich auch die Haare im Sommer öfter als im Winter.

In manchen Friseursalons wird Shampoo einmassiert; diese Massage kann bis zu 45 Minuten dauern und wird oft von einer Massage des Gesichts, der Arme und des Rückens gefolgt. Sowohl in Städten als auf dem Land schützen die Chinesinnen Gesicht, Arme und Hände vor der Sonne. L'Oréal-Forscher haben herausgefunden, dass diese Frauen viel früher Sonnenflecken bekommen als Falten. Daher ist Sonnenschutz das beste Anti-Aging-Programm.

IN CHINA BEDEUTET HAUTPFLEGE AUCH MASSAGE

Bei der morgendlichen Körperpflege wendet die Chinesin oft traditionelle Massagetechniken an.


Unterschied zwischen tatsächlicher und gewünschter Hautfarbe in Afrika


In Afrika verwendet man oft scharfe Bleichmittel, um die Haut aufzuhellen. Im Rahmen einer Studie zu den Unterschieden zwischen tatsächlicher Hautfarbe und gewünschter Hautfarbe hat L'Oréal Hautpflege-Produkte und Make-Up entwickelt, die ohne Risiko aufhellen.

Schönheitsideale der Hispano-Amerikaner


Schönheitsanwendung einer brasilianischen Frau

Unterschiedliche Kulturen haben auch unterschiedliche Schönheitsideale. Die Brasilianerin achtet auf Haare, Körper und Nägel und kann es sich überhaupt nicht vorstellen, sich nicht mindestens einmal pro Woche die Nägel zu lackieren. In Brasilien ist ein hochgiftiges Verfahren zum Haareglätten mit Formaldehyd sehr beliebt. L'Oréal bietet unbedenkliche Alternativen an.

Untersucht man die gewünschte Hautfarbe, so stellt man weltweit fest, dass Menschen mit dunkler Haut lieber hellere Haut hätten, während Menschen mit heller Haut lieber dunkler wären. Brasilianerinnen mit sehr dunkler Haut hingegen möchten ihre Hautfarbe nicht verändern, sondern nur hellere oder dunklere Stellen korrigieren. Die Einstellung der Mexikanerin belegt eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Einstellung der hispanischen Bevölkerungsgruppen ist. Hier gibt es alle Meinungen und sehr unterschiedliche Erwartungen zur Hautfarbe.

Der mexikanische Mann verwendet große Mengen Haargel, für Glanz und Halt den ganzen Tag lang.

Haarpflege in GROSSBRITANNIEN


Schönheitsanwendung eines englischen Mannes

Großbritannien ist ein gutes Beispiel für einen reifen Kosmetikmarkt, auf dem man das Verhalten der Verbraucher bei der Haarpflege beobachten kann. Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, Haarpflegeprodukte anzuwenden. In einer Studie hat sich gezeigt, dass man Haarspray auf 12 sehr unterschiedliche Arten und Weisen verwenden kann.

Auch die Männer


Schönheitsanwendung eines indischen Mannes

In Indien legen Männer sehr viel Wert auf Körperpflege. Um keine feuchte Haut zu haben und frisch zu riechen, verwenden sehr viele indische Männer Körperpuder. Auch junge Männer benutzen Peeling-Produkte, um tote Haut zu entfernen und Akne vorzubeugen.

Der Porzellan-Teint der Japanerin


Die Japanerin legt Wert auf durchscheinende Haut, daher dürfen die Pigmente im Make-Up nicht in den feinen Härchen hängen bleiben. In Zeiten der japanischen Geisha haben sich manche Frauen sogar das Gesicht rasiert, um sämtliche Behaarung zu entfernen und diesen Porzellan-Teint zu erreichen.

Traditionelle Rezepte


Studien haben ergeben, dass die von Generation zu Generation mündlich überlieferten Rezepte - beispielsweise aus der traditionellen chinesischen Medizin oder der indischen Ayurveda-Medizin - große Bedeutung genießen und sich in den Gewohnheiten oder Vorlieben widerspiegeln.