Rezepturen

Die L'Oréal-Forschung hat in den letzten Jahren zahlreiche neue Rezepturen entwickelt.

Die Rezeptur ist ein wichtiger Meilenstein in der Produktentwicklung. Sie ist entscheidend für die Wirkung des Inhaltsstoffs und die vom Verbraucher empfundene Leistungsfähigkeit des Produkts. In diesem Bereich war die L'Oréal-Forschung immer schon stark. Die Teams scheuten sich auch nicht davor, Tradiertes zu verändern und neuartige Systeme vorzuschlagen, wie beispielsweise das ODS-System (Oil Delivery System) zur Haaraufhellung. Die Öl-in-Wasser-Emulsion erlaubte eine ammoniakfreie Rezeptur und somit angenehmeres, geruchloses Färben. Ein anderes Beispiel ist die auf Grundlage eines Technologietransfers bei Yves Saint Laurent entwickelte Lippenfarbe "Lip Stain", die Farbe, Haftkraft, Glanz und angenehmes Gefühl vereint. Diese wesentlichen Entdeckungen boten eine technische Plattform für unterschiedliche Produktkategorien.


The Science of Shampoo
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The Science of Shampoo


The Science of Mascara
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The Science of Mascara

Niosome − 1986


Niosomes

Niosomes

Die Entdeckung von Wirkstoffen gegen bekannte Probleme in Haut oder Haar ist ein erster Schritt, aber die Hauptarbeit kommt erst noch: die Wirkstoffe in ausreichender Menge in die Zellen zu transportieren. Lange Zeit hat die Kosmetikindustrie die Wirkstoffe in der wässrigen oder der öligen Phase des Produkts aufgelöst. Das hat bei einigen Wirkstoffen allerdings zu einem Wirkverlust geführt. In den 1970er Jahren machten die L'Oréal-Forscher eine bahnbrechende Entdeckung: sie entwickelten synthetische Liposome, sogenannte Niosome. Diese Nanokapseln mit einer Struktur, die der in Zellwand und "Zellzement" der Keratinschicht der Haut gefundenen ähnelt, sind ein ideales Transportmittel für Wirkstoffe wie Retinol oder Vitamin E (Radikalfänger). Sie kamen erstmals 1986 in der Hautpflegecreme Niosôme von Lancôme zum Einsatz.

Serum − 2007


Die Bestandteile eines Serums

The components of a serum

Die von L'Oréal im Jahre 2007 vorgestellten Serumprodukte sind vom asiatischen Markt inspiriert und besonders reich an Wirkstoffen. Damit ist eine völlig neue Kategorie der Hautpflege entstanden. Zunächst waren sie nur für eine kurmäßige Anwendung über wenige Wochen gedacht. Heute lassen sie sich täglich anwenden, entweder allein oder zur Unterstützung der täglichen Gesichtspflege Sie lösen ähnliche biologische Prozesse aus wie eine Creme, aber im Gegensatz zur klassischen Hautcreme bieten sie ein sensorisches Erlebnis und sind wirksamer. Zusammen mit einer Creme angewendet steigt die Wirksamkeit noch: das Serum bereitet die Haut vor und verstärkt die Wirkung der Creme.

Oil Delivery System − 2009


Öl

Wie lässt sich der unangenehme Ammoniakgeruch, der beim Aufhellen der Haare meist entsteht, vermeiden? Kann man Haare auch anders färben? Um Frauen ein angenehmeres und vor allem schonenderes Verfahren präsentieren zu können, haben die L'Oréal-Forscher an den Emulsionen gefeilt. Das sogenannte ODS-System (Oil Delivery System) beruht auf einem neuen Verhältnis zwischen öliger und wässriger Phase und machte es möglich, Ammoniak durch weniger aggressive und geruchlose Alkalien zu ersetzen, ohne die Färbkraft zu beeinträchtigen – diese ist sogar verbessert worden. Inoa von L'Oréal Professional war das erste Haarfärbemittel, das 2009 mit dieser neuartigen Technologie auf den Markt kam. Diese neue Technologie kommt auch in dem Produkt OLIA zum Einsatz, das die Marke Garnier 2012 auf den Markt gebracht hat.