1957-1983 : L'Oréal auf dem Weg zum Weltkonzern

L'Oréal auf dem Weg zum Weltkonzern

1957-1983:

© Pierre Derly for L'Oréal

1957-1983:

© Pierre Derly for L'Oréal

Es sind die Entwicklungsjahre von L’Oréal.

Unter der Führung des neuen Vorstandsvorsitzenden François Dalle beginnt die internationale Expansion des Konzerns.

Durch die Akquisition strategischer Marken wird der Grundstein für rasantes Wachstum gelegt. Es entstehen Produkte mit Kultcharakter.

Das Konzernmotto lautet „Savoir saisir ce qui commence“ (Gelegenheiten beim Schopfe packen).

Jahr

1957

  • © L'Oréal

    Als François Dalle nach dem Tod von Eugène Schueller die Führung bei L'Oréal übernimmt, kommt sofort frischer Wind auf. Er gilt als Vater des Weltkonzerns („Le Grand L’Oréal“) und hat stets das Ohr am gesellschaftskritischen Puls der Zeit. François Dalle ist aber auch der Initiator der konzerninternen Weiterbildung. Er handelt stets zukunftsorientiert, weil die Zukunftsausrichtung in seinen Augen der einzige Faktor für Erfolg ist. Er ist ein Visionär, der ganz gezielt zukauft, um die Position des Konzerns in neuen Bereichen und neuen Vertriebsformen konsequent auszubauen. Er treibt die Forschung voran, die er für den Motor organischen Wachstums hält; er strebt eine Internationalisierung des Konzerns an und will Schönheit demokratisieren, um sich neue Kundenkreise zu erschließen.

1959

  • © L'Oréal /DR

    Seit Ende der 1930er Jahre ist L'Oréal auf dem brasilianischen Markt präsent. Im Jahre 1959 wird dort die Tochtergesellschaft FAPROCO (Fábrica Produtos Cosméticos S.A.) gegründet. Der Erfolg ist gigantisch. Mit den beiden Werken in Rio de Janeiro und São Paulo ist L’Oréal Brasil heute Exportplattform für ganz Lateinamerika und feiert 2009 sein 50jähriges Bestehen.

1960

  • © L'Oréal /DR

    Erst mit Namen L’Oréal Net und ab 1958 nur beim Friseur erhältlich, dann ab 1960 unter der Bezeichnung Elnett (von "elle" -sie- und "nette" –ordentlich-) im Massenvertrieb zu haben: das Haarspray ist nicht nur eine Revolution in einem Bereich, in dem Friseure bislang mit Brillantine oder Gummilack gearbeitet hatten, sondern ermöglicht vor allem eine völlig neuartige Frisurenmode ohne „Helm-Effekt“. Endlich gibt ein Produkt sanften Halt und macht die Haare seidenweich! 1962 kommt Elnett Satin erstmals im schlanken, goldenen Outfit daher und wird zur „Goldkönigin“. 1968 dann wieder eine Innovation: der mikrofeine Sprühkopf, die sogenannte „Micro-Diffusion“, verteilt das Produkt besonders fein und gleichmäßig und bedeutet, dass es sich leichter ausbürsten lässt. Die bahnbrechende Rezeptur macht L’Oréal sofort zum Weltmarktführer im Bereich Haarspray. Die Geschichte des Kultprodukts ist auch die Geschichte L’Oréals.

  • © L'Oréal /DR

    Belle Color ist eines der ersten Tönungsshampoos. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Marktes für Heimtönungen. Leicht und schnell anzuwenden, wird es rasch sehr erfolgreich. Einige Jahre später folgt die Produktreihe Récital.

1963

  • © L'Oréal

    Als Bestätigung der spektakulären und soliden Entwicklung notiert die Gruppe L’Oréal an der Pariser Börse und erschließt sich damit neue Finanzierungsquellen. Seit 1967 konnte L’Oréal seinen Börsenwert immerhin mit 750 multiplizieren.

  • © Alain Le Foll

    Mit dem ersten Schaumbad lernt die Französin das Geheimnis ritueller japanischer Bäder kennen. Der Name Obao kommt direkt aus dem Japanischen – dort bezeichnet "o-furo" ein traditionelles japanisches Entspannungsbad zum Regenerieren. Das neue Ritual erfüllt auch einen Bedarf nach luxuriöseren Körperpflegeprodukten über die simple Seife hinaus.

1964

  • © L'Oréal / DR

    Lancôme wurde 1935 von Armand Petitjean und den Gebrüdern Ornano gegründet und ist eine herausragende Marke für Parfum, Körperpflege und Make-up, die in zahlreichen Ländern als Inbegriff für Eleganz und französische Lebensart gilt. Die Hauptprodukte wie beispielsweise die 1936 vorgestellte Creme Nutrix, die internationale Präsenz und das weit verzweigte Netz von Botschafterinnen überzeugten L’Oréal: der Konzern will in den Luxusmarkt und den selektiven Parfümerievertrieb vordringen. Der Kauf von Lancôme im Jahr 1964 ist der Grundstein für das Luxusimperium.

  • © L'Oréal / DR

    L’Oréal begründet im Frisiersalon neben Färben und Frisieren ein neues Geschäftsfeld: professionelle Haarpflege mit der neuen Kérastase-Linie. Das Bahnbrechende des neuen Konzepts ist das Zusammenwirken der besten Rezepturen aus der L’Oréal-Forschung, des Fachwissens der Friseure und der maßgeschneiderten Pflege, die perfekt auf das jeweilige Haar zugeschnitten ist. Jedes Pflegeprodukt ist sorgfältig ausgearbeitet, Teil einer durchdachten Folge und gleichzeitig Schönheitsritual. Diagnose, Reinigungsbad, Kopfhautmassage, Haarpflege nach Maß, ausgefeilte Technik: eine einzigartige Erfahrung – Luxus, Wohlbefinden und Schönheit. Ab 1967 kann man Kérastase auch für die Anwendung zu Hause kaufen, damit jede Frau die Möglichkeit bekommt, die Salonpflege zu Hause fortzusetzen Der Verkauf an die Kundinnen eröffnet den Friseuren außerdem eine neue Einnahmequelle

1965

  • © L'Oréal /  Saurin, All rights reserved

    Schon seit den 1920er Jahren verkaufen die Laboratoires Garnier erfolgreich verschiedene Haarpflegeprodukte wie die Garnier-Pflanzenlotion, das vitalisierende Shampoo Moelle Garnier auf Naturextraktbasis, die Coloration Moelle Color… Mit dem Kauf von Garnier erhält L’Oréal ein Portfolio natürlicher Produkte als Ergänzung der eigenen Produktlinie hinzu: ein neuer Ansatz der Haarpflege.

1966

  • © Francis Giacobetti

    Mit der langjährigen Erfahrung von Lancôme möchte L'Oréal das Wachstum auf dem Luxusmarkt vorantreiben und verbündet sich erstmals mit einem der namhaften französischen Couturiers: zusammen mit Guy Laroche entwickelt man mehrere Parfums. Erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist Fidji, ein Parfumklassiker mit dem unvergesslichen Werbeslogan: „La femme est une île, Fidji est son parfum“ (Eine Frau ist wie eine Insel, Fidji ist ihr Parfum).

  • © L'Oréal / DR

    Zum Haarefärben muss man nicht mehr zum Friseur gehen. L’Oréal bringt Récital im Massenvertrieb auf den Markt. Colorationen eignen sich zur Anwendung im eigenen Badezimmer, so kann frau sich ganz bequem und sicher selbst die Haare färben. Der Traum von François Dalle, „Schönheit vielen zugänglich zu machen“, beginnt sich zu erfüllen.

1967

  • © L'Oréal

    Für Frauen, die keine Dauerwelle mögen, entwickelt L’Oréal Mini Vague: eine ganz neue Technik bietet der Frisur Halt, Fülle und Elastizität. Die sanfte Rezeptur ermöglicht natürlicher gewelltes Haar. Das Produkt wird ein voller Erfolg, und zwar so, dass im Französischen der Begriff "mini vague" heute für eine leichte Dauerwelle steht.