1984-2000 : Auf dem Weg zur Nummer 1 in der Kosmetikindustrie

Auf dem Weg zur Nummer 1 in der Kosmetikindustrie

Lancôme Werbung: Trésor

© Thorkil Gudnason

Lancôme Werbung: Trésor

© Thorkil Gudnason

Diese zwölf Jahre sind durch beträchtliches Wachstum geprägt, vor allem dank hoher Investitionen in Forschung.

Es ist die Zeit der Expansion durch massive Werbeaufwendungen und strategische Neueinführungen, die Geschichte schreiben und das Markenimage des Konzerns stützen.

Charles Zviak, der Nachfolger von François Dalle und ein großer Befürworter von Forschung und Entwicklung, übergibt die Unternehmensleitung 1988 an Lindsay Owen-Jones, einen außergewöhnlichen Unternehmer.

Unter seiner Ägide wird der Konzern explosionsartig wachsen und zum führenden Kosmetikkonzern auf dem Weltmarkt werden. Die Marken sind auf allen Kontinenten vertreten, strategische Akquisitionen bringen globale Präsenz.

Jahr

1984

  • © L'Oréal Archives/ DR

    Der treue Gefolgsmann von François Dalle wird nach einer langjährigen Karriere im Dienste des L’Oréal-Konzerns mit 62 Jahren Vorstandsvorsitzender. Bereits 1945 war er bei Monsavon eingetreten und hatte dort das Verfahren der Verseifung ohne Unterbrechung mitentwickelt. In der L’Oréal-Forschungsabteilung ist er für die Entwicklung der Kaltdauerwelle Oréol mitverantwortlich. Er gründet ein Labor für angewandte Forschung mit rund 15 Forschern. Eugène Schueller und François Dalle trennen die Grundlagenforschung von der angewandten Forschung und betrauen Charles Zviak mit der technischen Leitung der angewandten Forschung. Er ist der Begründer der angewandten Forschung bei L'Oréal und kümmert sich besonders um die, wie er sie nennt, „doppelte“ oder wechselseitige Beziehung zwischen Forschung und Marketing, die ständigen Kontakt zwischen Forschung und Feld erlaubt. 1973 wird er zum stellvertretenden Vorsitzenden von L’Oréal und 1984 dann zum Vorstandsvorsitzenden, eine Position, die er bis 1988 innehat. Sein Verhalten steht stets unter dem Vorzeichen der Qualität. Er ist ein sehr besonnener, intellektuell ehrlicher und moralisch integrer Mensch. Als er am 8. Juli 1990 stirbt, hinterlässt er im Labor eine tiefe Lücke.

1985

  • © L'Oréal Archives/ DR

    L’Oréal folgt dem Trend der Zeit und macht sich den Stil der 1980er Jahre zu eigen. Ideen finden sich zuhauf auf der Straße, die Frisuren werden freier und sind Ausdruck des eigenen Stils. Es entsteht eine komplette Serie verschiedener Frisierprodukte – Gels, Schäume, Sprays… Innovative, bahnbrechende Rezepturen ermöglichen es jedem, unabhängig von Alter und Haartyp, einen eigenen Stil zu finden. Diese Werkzeugkästen machen den Anwender zum Erfinder. Das Resultat ist sofortiger und weltweiter Erfolg. Heute, 25 Jahre später, ist Studio Line nach wie vor revolutionär und stets dem neuesten Frisurentrend voraus.

  • © Bruce Weber for Polo

    L’Oréal kauft die Lizenz zu Ralph-Lauren-Düften und setzt den Erfolg des Herrendufts Polo aus dem Jahre 1978 fort. Mit dem Erwerb baut L'Oréal sein Luxus-Image in den USA aus und erschließt sich den Markt der Luxus-Herrendüfte.

  • © Herb Ritts for Paloma Picasso

    Zur Untermauerung des Parfumgeschäfts weitet L’Oréal die Zusammenarbeit mit erstklassigen Designern aus. Paloma Picasso, die Mode- und Schmuckdesignerin, Tochter einer Symbolfigur und selbst Ikone der 1980er Jahre, arbeitet mit L'Oréal zusammen und gibt dem neuen Duft ihren Namen. Sie entwirft auch den Flakon für den herben, berauschenden Chypre-Duft und gibt ihm ihr charakteristisches Rot als Farbe – bislang für ein Parfum undenkbar. Der Coup sitzt und die Marke tritt ihren Siegeszug rund um die Welt an.

  • © Jean-Loup Sieff

    Endlich gibt es eine Pflegeserie speziell für den Mann. Die erfrischenden, fettarmen Rezepturen sind auf die männliche Haut abgestimmt. Ergonomisch geformte Behälter und eine sehr direkte Werbekampagne überzeugen Anwender auf der ganzen Welt. 1985 war Biotherm Homme noch revolutionär. Heute ist die Marke in mehr als 70 Ländern führend.

1986

  • © Fabrizio Ferri for Lancôme

    Niosôme, die erste Anti-Aging-Creme von Lancôme, ist auch das erste Hochtechnologieprodukt des Konzerns. Erstmals können dank einer bereits 1980 von L'Oréal zum Patent angemeldeten Rezeptur die Wirkstoffe "vektorisiert" werden, das heißt, sie werden eingekapselt – zu ihrem Schutz und um sie in die tieferen Hautschichten zu transportieren, dahin, wo sie wirksamer sind.

1987

  • © DR

    L’Oréal startet einen neuen Vertriebsweg . Zusammen mit Les 3 Suisses, einem in Europa führenden Katalogversandhaus, entwickelt der Konzern einen Versandservice für Kosmetika und nennt ihn "Club des Créateurs de Beauté". Es gibt nur Produkte renommierter Designer: Make-up von Agnès B., Haarpflege von Jean-Marc Maniatis… aus der L'Oréal-Forschung. 2008 übernimmt L’Oréal den CCB ganz.

  • © Vichy / DR

    Vichy nutzt seine führende Stellung im Apothekenvertrieb, um eine vollständige Pflegelinie für den Mann mit Namen Basic Homme auf den Markt zu bringen. Sie ist im Luxussegment angesiedelt.

1988

  • © L'Oréal /DR

    Dieser außergewöhnliche Unternehmer wird den Konzern tiefgreifend umbauen. Ihm gelingt die spektakuläre Wandlung des französischen Exportunternehmens zum internationalen Konzern mit Präsenz in 130 Ländern und allen Vertriebskanälen. Aus dem stark auf Haarpflege ausgerichteten Unternehmen macht er einen ausgewogenen Mischkonzern mit fünf Sparten (Coloration, Haarpflege, Hautpflege, Make-up und Düfte). Die Vielzahl nationaler Marken wird zu einem Portfolio mit 23 globalen Supermarken zusammengefasst, die die Bedürfnisse von Männern und Frauen auf der ganzen Welt erfüllen sollen. Die Gruppe mit dem typisch französischen Bild von Eleganz und Schönheit wird zum Verfechter der Vielfalt. Sie will die Bedürfnisse aller Ethnien und Kulturkreise erfüllen und Produkte für jeden Geldbeutel anbieten.

1989

  • L'Oréal supports the "Look Good Feel Better" program in the USA

    Kosmetika haben auch gesellschaftliche Bedeutung: Sie können Kranken dabei helfen, sich besser zu fühlen. Daher engagiert sich L’Oréal im Rahmen des Programms "Look Good … Feel Better" des amerikanischen Kosmetikverbandes, das krebskranke Patientinnen dabei unterstützt, die Nebenwirkungen ihrer Therapie zu mildern. Das Programm wird heute unter Mithilfe von L’Oréal in vielen europäischen Ländern angeboten.

  • © Igor Monsigna

    L’Oréal kauft die amerikanische Hautpflegemarke Helena Rubinstein, die im Luxussegment angesiedelt ist und das Vorreiter-Image seiner berühmten Gründerin kultiviert. Die Marke ist in Europa, Japan und Lateinamerika gut eingeführt und die perfekte Ergänzung des L'Oréal-Markenportfolios. Sie wird in die Division Luxusprodukte eingegliedert. Gleichzeitig unterzeichnet L’Oréal einen Lizenzvertrag mit Giorgio Armani, um den im Fashion-Bereich berühmten und für zeitlose Eleganz bekannten Namen auch für Kosmetik und Parfums nutzen zu können. So baut L’Oréal sein internationales Portfolio von Luxusmarken rund um die französische Marke Lancôme und die amerikanische Marke Ralph Lauren stetig weiter aus.

  • © La Roche-Posay

    L’Oréal konsolidiert sein dermatologisches Fachwissen und seine Präsenz im Apothekenvertrieb durch den Kauf von La Roche-Posay, einer modernen dermatologischen Hautpflegemarke, die von Dermatologen auf der ganzen Welt empfohlen wird.