Förderung für Frauen in der Wissenschaft

FWIS Deutschland 2018

 

 Bildunterschrift: Die drei stolzen Preisträgerinnen des deutschen For Women in Science Programms 2018: Dr. Dr. Sarah Wiethoff, Dr. Anne Wuttke und Dr. Malgorzata Wlodarczyk-Biegun (v.l.) im Wintergarten des Hotel Adlon in Berlin.

 

Berlin, 4. Juni 2018. Seit zwölf Jahren zeichnet L’Oréal Deutschland mit der Deutschen UNESCO-Kommission und der Stiftung der Nobelpreisträgerin Professor Christiane Nüsslein-Volhard viel versprechende Forscherinnen mit Kindern aus. Gestern Abend fand die diesjährige Ehrung im Hotel Adlon in Berlin statt - im Rahmen der Konferenz "Global Female Leaders". 

 

Die gute Nachricht ist zugleich die schlechte: Die Frauenanteile an den Professuren und an den C4/W3-Professuren steigen seit 1990 kontinuierlich an. Seitdem haben sich die Frauenanteile mehr als vervierfacht.  Dennoch waren 2016 nur 23 Prozent der Professuren von Frauen belegt, noch deutlich geringer ist der Anteil bei den Positionen in Institutsleitungen. In ausserhochschulischen Forschungseinrichtungen beträgt der Frauenanteil in Führungspositionen lediglich 18 Prozent. Damit geht der Forschung viel Potential verloren.

 

Ein Grund für den Abbruch einer vielversprechenden Karriere in der Wissenschaft ist für viele Frauen, dass es als unüberwindliche Herausforderung erlebt wird, das Familienleben mit den Anforderungen der Forschung zu vereinbaren. Genau hier setzt die Förderung durch das FOR WOMEN IN SCIENCE Programm von L’Oréal und der UNESCO an. Die Förderung erfolgt in Deutschland in Partnerschaft von L’Oréal Deutschland und Deutscher UNESCO-Kommission mit der Stiftung der Nobelpreisträgerin Professor Christiane Nüsslein-Volhard. Jeweils drei herausragende Wissenschaftlerinnen werden jährlich gefördert. Die Unterstützung von insgesamt 20.000 Euro pro Preisträgerin hat einen sehr praktischen Ansatz: Zum einen erhalten die geförderten Wissenschaftlerinnen für ein Jahr eine monatliche Unterstützung von 400 Euro für Haushaltshilfe oder Kinderbetreuung. Zudem werden an dem Institut, an dem die Preisträgerinnen arbeiten, Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von 10.000 Euro umgesetzt, die langfristig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern. So wurde in den vergangenen 12 Jahren seit Gründung des Programms in Deutschland beispielsweise häufig ein Eltern-Kind-Zimmer von dem Geld eingerichtet. Der dritte Teil der Förderung fließt in Coaching oder Seminare, die die Wissenschaftlerinnen abseits ihrer fachlichen Kompetenzen weiterentwickeln.

 

Informationen über das deutsche Programm: www.fwis-programm.de
Bildmaterial
: https://bit.ly/2klWHE3

 

Die Preisträgerinnen 2018

Dr. Dr. Sarah Wiethof
Neurologische Klinik Universitätsklinikum Tübingen & University College London

Zusätzlich zu ihrer klinischen Ausbildung in der Neurologie erforscht Sarah Wiethoff in ihrem Forschungsprojekt die genetischen und zellulären Komponenten der Neurodegeneration. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sollen bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bei neurodegenerativen Erkrankungen entwickeln. Für ihre Forschungsarbeit kooperiert Dr. Dr. Wiethoff mit dem Institute of Neurology am University College in London sowie in Tübingen mit der Universität, dem Universitätsklinikum und dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung.

 

Dr. Malgorzata Wlodarczyk-Biegun
INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien Saarbrücken

Die Ingenieurin der Biomedizin entwickelt mittels 3D-Biodruckverfahren dreidimensionale Gerüste, die das zelluläre Wachstum und die Gewebeentwicklung unterstützen. Solche Konstruktionen bestehen aus einem Hydrogel-artigen Material und den Zellen des jeweiligen Patienten. Sie wurden speziell für die Anwendung in der regenerativen Medizin entwickelt, um die Heilung geschädigter Gewebe zu unterstützen. Mit der Biodrucktechnik verbindet Wlodarczyk-Biegun verschiedene Zellen in Ko-Kulturen mit personalisierten Anteilen, um die Komplexität natürlicher Gewebe und Organe in Labormodellen nachzubilden. Solche künstlich erzeugten Mikrogewebe stellen vielversprechende Testsysteme für die Wirkstoffentwicklung und damit eine echte Alternative zu Tierversuchen dar. 

 

Dr. Anne Wuttke 
Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik Dresden

Anne Wuttke erforscht grundlegende zellbiologische Prozesse in der Leber, um deren Rolle in der gesunden Leber wie auch im Krankheitsfall besser zu verstehen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem endosomalen System, das der Zelle erlaubt, Bestandteile der eigenen Zellmembran aufzunehmen, zu sortieren und nach Bedarf zurückzuführen oder abzubauen. Bisherige Erkenntnisse zu diesem grundlegenden zellbiologischen Prozess kommen hauptsächlich aus Zellkultursystemen. Die Arbeit von Dr. Wuttke untersucht deren Relevanz im Kontext eines komplexen Organs.

 

 

KONTAKT

Deutsche UNESCO-Kommission     L’Oréal Deutschland GmbH           Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung

Katja Römer                                      Viola Sprick                                   Heike Heth

Tel. 0228-6049742                            Tel. 0211-4378-519                        Tel. 07071-601398

roemer@unesco.de                          viola.sprick@loreal.com                 heike.heth@cnv-stiftung.de