Die Innovationsdynamik und das Prinzip der Antizipation

The Innovation Dynamic

© Bertrand Stark for L'Oréal Research & Innovation

The Innovation Dynamic

© Bertrand Stark for L'Oréal Research & Innovation

Einer der unangefochtenen Treiber unseres nachhaltigen Wachstums besteht in der Dynamik unserer Abteilung für Forschung und Innovation. Dieser Bereich war schon immer Mittelpunkt unserer Unternehmensstrategie. Denn bei der Qualität und Sicherheit unserer Produkte gehen wir niemals Kompromisse ein. Dieses fundamentale Versprechen an die beruflichen Verwender (z. B. Friseure und Kosmetikerinnen) und unsere Verbraucher bleibt bestehen. Die Grundlage für unsere Innovationsdynamik ist ein umfangreiches Portfolio bestehend aus mehreren tausend Rohstoffen, das stetigen Anpassungen unterliegt. Jedes Jahr führen wir eine Vielzahl an Rohstoffen ein, während wir uns gleichzeitig entschließen, eine bestimmte andere Stoffe nicht mehr zu verwenden. Es ist unserer Meinung nach erforderlich, gesellschaftliche Bedenken und wahrgenommene Risiken in Bezug auf bestimmte Inhaltsstoffe oder Gruppen von Inhaltsstoffen zu berücksichtigen. Dies ist automatisch in unseren Innovationsprozess integriert, um die Leistung unserer Produkte zu verbessern und ihre Sicherheit ständig zu erhöhen.

Vor einigen Jahren haben wir weltweit ein System eingerichtet, das Warnhinweise aus der Wissenschaft und der Gesellschaft zu bestimmten Inhaltsstoffen oder Inhaltsstoffgruppen unserer Produkte erfasst. Dadurch können wir deren Intensität und Relevanz bewerten. Auf Grundlage dieser Bewertungen und mit dem Ansatz der Antizipation entscheiden wir gegebenenfalls, einen Inhaltsstoff nicht länger in unseren Produkten zu verwenden, Konzentration zu reduzieren oder den Inhaltsstoff nur in bestimmten Produktkategorien einzusetzen. So haben wir beispielsweise beschlossen, die Nutzung von Diethylphtalat oder Triclosan zu beenden, die Konzentration von Phenylendiamin in unseren Haarfärbeprodukten zu verringern und die ausschließliche Nutzung kurzkettiger Parabene (Ethyl- und Methylparabene) vorzuziehen, obwohl aktuelle Vorschriften ihre Nutzung gestatten. Diese progressiven Änderungen ermöglichen die stetige Verbesserung von Qualität, Leistung und Sicherheit unserer Produkte.

Außerdem haben wir für die Auswahl unserer neuen Inhaltsstoffe zahlreiche prognostizierende Testmethoden entwickelt, die auf Labortiere verzichten. Dadurch können wir biologische Warnhinweise erkennen und Risiken vermeiden. Ein Beispiel hierfür ist der Verzicht auf die Verwendung neuer Rohstoffe, die mit bestimmten Hormonrezeptoren (endokrine Disruptoren) interagieren. Zu den Methoden gehören in-vitro-Studien, die an Zellrezeptoren, Zellkulturen, rekonstruiertem Gewebe und lebenden Organismen wie Fischlaich durchgeführten werden. Wir ziehen auch computerbasierte Tests heran, die auf mathematischen Modellen und Systemen toxikologischer Kenntnisse basieren. Dank dieses effektiven Screenings werden gesellschaftliche Vorbehalte und wahrgenommene aufkommende Risiken wie die endokrine Modulation bei der Auswahl unserer Inhaltsstoffe sowie bei der Gesamtbewertung ihrer Sicherheit berücksichtigt.

Im Rahmen unserer Politik der Antizipation haben wir proaktiv Strategien zum mikrobiologischen Schutz von Formeln entwickelt, beispielsweise die Synthetisierung neuer Konservierungsstoffe mit einem einwandfreien Sicherheitsprofil. Zudem haben wir die Auswirkung bestimmter, in unseren Produkten oder deren Verpackung enthaltenen Substanzen, die teilweise nur in Form von Spuren vorhanden sind, auf die Gewässer erforscht.

Das Prinzip der Antizipation ist somit elementarer Bestandteil unseres Innovationsprozesses. Dadurch wird verhindert, dass ein Risiko, das noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen wurde oder das bisher nur von der Gesellschaft wahrgenommen wird, bei der Sicherheitsbewertung außer Acht gelassen wird. So stellen wir sicher, dass unsere Konsumenten unseren Produkten stets vertrauen können.