Aus- und Weiterbildung: Talente vor Ort fördern

Weiterbildung von Talenten vor Ort
Weiterbildung von Talenten vor Ort

Seit 40 Jahren spielt der Bereich Learning (= Aus- und Weiterbildungsabteilung) eine wichtige Rolle in der Personalpolitik der Gruppe. Mit der Zeit ist die Abteilung auch im Bereich Soziale Verantwortung (CSR) immer wichtiger geworden. Dank ihrer Kenntnis der kulturellen Besonderheiten eines jeden Landes schult die Abteilung Nachwuchskräfte vor Ort, um Loyalität, Wachstum und Entwicklung zu fördern. Die geschulten Mitarbeiter können im eigenen Land oder international Karriere machen. Angesichts des harten Wettbewerbs benötigt L‘Oréal die besten Talente, um das ehrgeizige Ziel erreichen zu können, eine Milliarde neuer Kunden zu gewinnen. „Unsere Priorität ist, die strategische Entwicklung des Konzerns durch Förderung der Talente vor Ort in den Wachstumsmärkten zu unterstützen," so Abteilungsleiterin Sylvie Dangelser. "Zu diesem Zweck haben wir die Regionen in die Entwicklung der Schulungsprogramme einbezogen."
Diese Idee der gemeinsamen Entwicklung gründet sich auf das Konzept gemeinsamer Verantwortung im internationalen Netzwerk der LfD-Direktoren. Diese haben beispielsweise in den Regionen die Möglichkeit, auf speziellen Fachtreffen ihre Bedürfnisse zu äußern und die Herausforderungen zu erläutern. Die Konzernleitung unterstützt sie dann bei der Programmentwicklung durch Beratung, strategische Richtlinien und durch Verfahrenstechniken. Außerdem erhalten die Regionen Lernmaterialien (Videos, E-Learning-Sites, Tools und Verfahren zur Erfolgskontrolle), die an die lokalen Bedürfnisse angepasst werden können. So können die Regionen selbst qualitativ hochwertige Schulungsmaßnahmen erarbeiten und durchführen.

Vielfalt und Zusammenhalt

"Dieses Vorgehen hat drei große Vorteile," fährt Sylvie Dangelser fort. "Zunächst garantiert es den Erfolg der Schulungsmaßnahmen, da sie maßgeschneidert werden. Weiterhin sorgt es für die gleichen Qualitätsstandards weltweit. Wir können Aus- und Weiterbildung globalisieren, ohne sie zu vereinheitlichen, und fördern Vielfalt, ohne die Konzernidentität zu verlieren. Und schließlich lassen sich vor Ort entwickelte Programme auch in anderen Regionen anwenden; die Regionen spielen also quasi die Rolle eines Ideengebers, der Initiativen verbreitet und die Förderung lokaler Talente vereinfacht. Das ist eine sprudelnde Innovationsquelle!"

Die geteilte Verantwortung äußert sich auch in der regionalen Umsetzung von Schulungsprogrammen speziell zur Förderung lokaler Nachwuchstalente in neuen Märkten. Die Schulung soll verstärkt auch in die Länder verlagert werden, so dass Manager nicht mehr am Hauptsitz in Frankreich, sondern nah am Markt ausgebildet werden. "Bis zur ersten Führungsebene sollte die Aus- und Weiterbildung im eigenen Land stattfinden. Das mittlere Management wird regional geschult," so Sylvie Dangelser.

Vier Beispiele aus dem Jahr 2012

1. MyLearning erreicht Ghana und Pakistan

Die Online-Schulungsplattform MyLearning, bietet einfachen Zugang zu Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Nach dem Libanon (2011) wurde die in 19 Sprachen verfügbare Plattform 2012 auch Pakistan und Ghana, wo L’Oréal kürzlich Niederlassungen eröffnet hat, zur Verfügung gestellt. Das Ziel ist, neuen Mitarbeitern die Eingliederung und das Verständnis der Unternehmenskultur zu erleichtern. Weiterhin werden sie mit Hilfe maßgeschneiderter und auf die Aufgaben abgestimmter Programme und Materialien intensiv geschult.

2. TTM vor Ort

2012 fand erstmals das Schulungsseminar Transition to Team Management (TTM) vor Ort für die Teams in Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn statt. Es sollte die Anzahl der in Teamleitung geschulten Mitarbeiter in Europa vergrößert werden, außerdem sollte das Programm durch Anpassung an die Gegebenheiten vor Ort effektiver werden. Lfd Europa und die Lfd-Manager der Länder erarbeiteten gemeinsam ein Programm, das hinsichtlich Inhalt und Schulungsqualität der in Frankreich üblichen Ausbildung entspricht. 2013 fanden weitere Regionaltreffen statt.

3. Bessere Kenntnis afrikanischer Haare

L'Oréal entwickelt zielgerichtete Schulungsprogramme in den neuen Märkten, um seinem ehrgeizigen Ziel, in den kommenden zehn Jahren eine Milliarde neuer Kunden zu gewinnen, näher zu kommen. 2012 wurde in Johannesburg das erste Profi-Seminar in Haarpflege und Styling speziell für afrikanisches Haar veranstaltet. Es nahmen 50 Mitarbeiter unterschiedlicher Hierarchieebenen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara daran teil. Unterrichtet wurde zu den Eigenheiten afrikanischen Haars, den Erwartungen des Verbrauchers, den Pflegeroutinen und Gebräuchen sowie Technologie und Produkten des Konzerns. Das Seminar förderte den Austausch zwischen den Teilnehmern und die Erarbeitung einer gemeinsamen Sprache für regionale Zusammenarbeit.

4. Änderungsmanagement lokal und international

Wie können wir uns an ein in stetigem Wandel begriffenes Umfeld anpassen? Diese Frage möchte das neue L'Oréal-Schulungsprogramm “Leaders for change” beantworten, das speziell für die Führungskräfte in Asien und im pazifischen Raum entwickelt wurde. Auf Veranlassung der LfD vor Ort und mit Unterstützung von LfD International wurden gemeinsam mit der Universität Singapur zunächst 23 Führungskräfte ausgebildet mit dem Ziel, Best Practices im Change Management zu fördern. Das Seminar umfasste neben Vorträgen von Fachleuten aus Asien und Europa auch Erfahrungsberichte und Fallbeispiele aus der Praxis der Konzerngeschäftsleitung. Im Laufe des Jahres 2013 sollen 23 weitere Führungskräfte aus der Region geschult werden. Aufgrund seines Erfolgs wird dieses Programm jetzt weltweit eingeführt.

Personalwesen

  • 47.969 Mitarbeiter haben 2012 an Schulungsmaßnahmen teilgenommen