In Kanada und China: Wasserrecycling aus West und Ost

Für die Konzernwerke besteht eine große Herausforderung darin, Wasser zu sparen. 2012 haben die Werke in Montreal und Suzhou neue Technologien für die Aufbereitung von Abwasser entwickelt. Sehen Sie selbst.

Wiederverwertung von Wasser
Wiederverwertung von Wasser

Wasser ist eine natürliche Ressource, die für die Artenvielfalt unerlässlich ist. Es ist aber auch ein Stoff, von dem die Kosmetikindustrie ziemlich viel benötigt, sowohl als Inhaltsstoff als auch in der Produktion sowie zur Reinigung der Anlagen. Rund zwei Drittel des Wasserbedarfs entstehen bei der Reinigung. Hier hat eine Optimierung der Prozesse bereits deutliche Einsparungen ermöglicht. Jetzt besteht die Herausforderung darin, das Wasser so aufzubereiten, dass es wiederverwendet werden kann.

Zwei Verfahren mit dem gleichen Ziel

Das Werk am Sankt-Lorenz-Strom in Montreal kann jetzt etwa die Hälfte der Industrieabwässer, also rund ein Drittel des gesamten Wasserbedarfs, so aufbereiten, dass es zur Reinigung verwendet werden kann. Das System wurde im Sommer 2012 eingeführt und verwendet drei Filtervorgänge: Schwebstoffiltration (Ultrafiltration), Salzfiltration durch Entsalzung (Umkehrosmose) und Ausfiltern feinster Farbpartikel (Aktivkohle). Die Herausforderung bestand darin, leistungsfähige, aber wirtschaftliche Membranfilter zu finden, die ein bis zwei Jahre halten.

In Suzhou wurden die Reinigungsvorgänge optimiert und zusätzlich ein System zum Wasserrecycling eingeführt. Die Kreisläufe der zur Produktion verwendeten Unterdruckpumpen wurden verändert, so dass sich 80% des Wassers (das entspricht etwa 5% des gesamten Wasserverbrauchs im Werk) wiederverwenden lassen. Das RO-Konzentrat, das bei der Aufbereitung durch Umkehrosmose anfällt, wird jetzt auch wiederverwendet, und zwar zum Verdünnen der Chemikalien in der Abwasseraufbereitungsanlage. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wird zur Zeit untersucht, ob sich das Konzentrat auch für den ersten Spülgang einsetzen lässt.