Interview mit Sara Ravella, Executive Vice-President Corporate Communications, Sustainable Development und Public Affairs

Sara Ravella
Sara Ravella

Welche Anstrengungen hat L'Oréal unternommen, um seinen Nachhaltigkeitszielen näher zu kommen?

Sara Ravella: 2012 war ein Jahr der Fortschritte, vor allem im Bereich nachhaltige Innovation und Produktion. Diese verfolgt L'Oréal bereits seit mehreren Jahren.
L’Oréal hat sein Engagement für Ecodesign und den verantwortungsvollen Einkauf von Rohstoffen bekräftigt. Die Eröffnung des weltgrößten Haarforschungszentrums in Frankreich war der beste Beweis dafür, welche Bedeutung L’Oréal der Forschung und Innovation beimisst. Mit seiner umweltfreundlichen Architektur und den Designstrategien seiner Forscher unterstreicht das Zentrum das Engagement des Konzerns für nachhaltige Innovation. Weiterhin hat der Konzern seine Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt verstärkt. Diese Priorität wurde auf zwei globalen Gipfeltreffen in Rio de Janeiro und Hyderabad bekräftigt. Unsere Einkaufsprozesse von Palmöl und Arganöl bekräftigen unser Engagement.
Außerdem haben wir 2012 unsere Bemühungen verstärkt, die für 2015 angestrebten Ziele zu erreichen, dazu zählen Treibhausgasemissionen, den Wasserverbrauch und unser Abfallaufkommen zu halbieren. Die Abteilung Operations hat sich erneut der Herausforderung gestellt, innovative Technologien und originelle Lösungen einzusetzen. Das Werk Pune in Indien ist ein Beispiel für diese erfolgreiche Vorgehensweise.
Schließlich hat der Konzern zahlreiche Initiativen gestartet, um die Entwicklung mit möglichst vielen zu teilen und die Leistung Lieferanten, Partnern, Mitarbeitern und Bedürftigen zugute kommen zu lassen.

2012 wurden offensichtlich grosse Fortschritte gemacht. Gab es wichtige Neuentwicklungen?

S. R.: Ja, und sie lassen sich mit zwei Worten beschreiben: Anstoß und Offenheit. Anstoß, weil wir begonnen haben, uns dem Thema nachhaltiger Konsum zu widmen. Die Frage gewinnt an Bedeutung und findet immer stärker Eingang in unsere Umweltbilanz. Einige Vorreiter, beispielsweise Biotherm, haben bereits damit begonnen, die Verbraucher zu sensibilisieren und verantwortungsvolles Verhalten zu fördern. Unsere Tochtergesellschaften in den USA und China spielen ebenfalls eine Vorreiterrolle in dieser Frage und haben anlässlich des ersten Forums zum nachhaltigen Verbrauch entsprechende Lehrmaterialien herausgebracht.
Offenheit, weil wir beschlossen haben, mit unseren Interessengruppen in einen transparenten Dialog zu treten und in mehreren Ländern – darunter Indien und Südafrika – entsprechende Foren zu veranstalten. Sie sind für den Fortschritt besonders wichtig, denn nur wenn man Bedürfnisse und Erwartungen der Interessengruppen kennt, kann man auch die Prioritäten genauer definieren, verbesserungswürdige Bereiche festlegen und Maßnahmen zur Zielerreichung beschließen.

Was sind die nächsten Schritte?

S. R.: Wir werden das weiterentwickeln und fortsetzen, was wir begonnen haben. Der erste größere Schritt wird sein, die 2005 gesetzten Ziele im Jahr 2015 zu erreichen. Wir werden aber noch in 2013 die Weichen für die Zukunft nach 2015 stellen und nachhaltiges Wachstum weiter fördern. Dafür müssen wir aber heute schon die Prioritäten für die Zukunft setzen. Wir haben noch viel zu tun.